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Sieben auf einen Streich - Markus Fleissner

Sieben auf einen Streich - Markus Fleissner
Von Stephan Scherer 4 years ago Keine Kommentare

"Die Krise geht an keinem spurlos vorbei"

Heute interviewen wir Herrn Markus Fleissner. Er arbeitet momentan als Schichtführer in der Zeitungsrotation. Seit über 30 Jahren ist er in der Technik tätig und überwacht an den großen XXL MAN-Druckmaschinen die Tag- und Nachtproduktionen.


1. PD: 30 Jahre Erfahrung haben Sie inzwischen schon auf dem Buckel. Was hat Sie gereizt an diesem Beruf?


Markus: Es war gar nicht von Anfang an klar, dass es mich einmal in die Druckbranche verschlägt. Das kreative Arbeiten mit Farben fand ich aber schon immer sehr interessant und technikbegeistert war ich ebenfalls. Ich bekam durch einen Bekannten damals die Möglichkeit eines Praktikums in einer Druckerei. Spätestens danach wusste ich, dass ich den Beruf des Druckers ergreifen wollte. Als ich dann die Zusage bekam, meine Ausbildung hier im Hause zu beginnen, war ich überglücklich. Der Beruf des Druckers war damals noch so begehrt, das sich mit mir über 50 Schüler auf diese Stelle beworben hatten. Für mich begann damit eine spannende Reise durch die Drucktechnik. Angefangen mit dem Druck von Kleindrucksachen wie einfarbigen Visiten- und Hochzeitskarten, über den hochwertigen vierfarbigen Bogen Akzidenzdruck bis hin zur Taschenbuchproduktion, konnte ich in den folgenden Jahren viel Erfahrung sammeln. Im Jahr 2000 hatte ich dann dazu entschlossen den Meister bei der IHK zu machen. Während dieser Zeit wagte ich dann auch den Sprung in die Zeitungsrotation. Meine Berufswahl habe ich nie bereut und bis zum heutigen Tag bin ich immer noch begeistert von der Technik des Druckens.


2. PD: Wie hat sich die Arbeitsweise beim Zeitungsdruck verändert?

Markus: Als ich damals in die Zeitungsrotation kam arbeiteten wir teilweise noch an den alten WIFAG Maschinen. Es waren noch wesentlich mehr Mitarbeiter für die Bedienung der Maschinen notwendig. Mit der XXL Maschine die ja jetzt inzwischen auch schon wieder über 15 Jahre alt ist, wurden viele Arbeitsabläufe automatisiert. Die Maschinen sind schneller und präziser geworden. Durch die elektronischen Neuerungen hat sich auch die Arbeit des Druckers stark verändert. Früher war teilweise noch echtes handwerkliches Geschick und manuelles Eingreifen des Druckers gefragt. Heute ist es mehr die Überwachung der Elektronik während des Druckprozesses die im Vordergrund steht. Was sich im Zeitungsdruck in dieser Zeit wohl am stärksten verändert hat, sind die Aufträge an sich. Inzwischen werden viele hochwertige Druckprodukte, auf zum Teil aufgebesserten Papieren mit Umschlägen und Beschnitt produziert, die auch in ihrer Qualität an Akzidenzprodukte heranreichen und damit auch die Drucker ständig vor neue Aufgaben stellen.



3. PD: Von der momentanen Corona-Krise ist auch der Druck nicht verschont geblieben. Welche Auswirkungen nehmen Sie wahr?


Markus: Ja, leider geht diese Krise wohl an keinem Spurlos vorbei. Durch den Lockdown verzeichnen wir momentan weniger externe Aufträge. Auch der Einbruch bei den Verlagsbeilagen ist durch den Wegfall von Freizeitveranstaltungen und Absagen von Festen deutlich spürbar. Durch die Kurzarbeit konzentrieren wir uns bei der Personal und Maschineneinsatzplanung auch bei der Zeitungsproduktion auf das wesentliche. Im Moment produzieren wir daher auf zwei statt wie geplant auf drei Maschinen. Eine Zeitungsproduktion aus dem Homeoffice ist nun einmal nicht möglich. Und weil die Gesundheit unserer Mitarbeiter nach wie vor höchste Priorität hat, erfordert das von jedem einzelnen Mitarbeiter ein Höchstmaß an Disziplin bei den Arbeitsabläufen an den Maschinen.



4. PD: Wie sehen Sie die Zukunft für den Zeitungsdruck?


Markus: Auch wenn im Zuge der Digitalisierung leider immer mehr Zeitungstitel vom Markt verschwinden, bin ich grundsätzlich schon noch optimistisch, was die Zukunft der gedruckten Zeitung angeht. Ich persönlich lese Inhalte zwar auch zum Teil digital, möchte aber genauso wenig auf meine Zeitung am Frühstückstisch verzichten. Gerade was lokale Themen angeht fühle ich mich mit unserer Augsburger Allgemeinen immer noch am besten informiert. Zudem bietet der Zeitungsdruck neben der täglich erscheinenden Zeitung, inzwischen aber auch ein breites Spektrum von werbewirksamen Produkten, die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.



5. PD: Nun noch einige private Fragen zu Ihnen:

Nach einem stressigen Tag in der Arbeit, wie können Sie sich am besten entspannen oder auspowern?

Markus: Am besten kann ich in meiner Freizeit beim Eisstockschießen abschalten. Ich betreibe den Sport ganzjährig(im Sommer auf Beton) sehr intensiv jetzt schon seit über 35 Jahren und bin neben dem Training, am Wochenende auch auf vielen Turnieren aktiv. (leider im Moment nicht möglich). Zudem leite ich den Sportverein mit seinen 150 Mitgliedern jetzt auch schon seit 10 Jahren als Vorstand. Mit meiner Leidenschaft für den Stocksport habe auch meine ganze Familie infiziert. Was besonders toll ist, da wir so viel unserer Freizeit gemeinsam verbringen.



6. PD: Was sind Ihre Hobbys und wohin reisen Sie am liebsten?


Markus: Neben dem Eisstockschießen, koche ich sehr gerne und probiere dabei auch immer neue Dinge aus. Sobald wir im Urlaub sind verreisen meine Frau und ich sehr gerne. Von Städtereisen über Strandurlaube haben wir schon einiges zusammen erlebt. Einer unserer schönsten Ziele war dabei die kleine Insel La Gomera auf den Kanaren. Aber mindestens einmal im Jahr zieht es uns auch in das südbayerische Naherholungsgebiet an den Gardasee. Hoffentlich ist das bald wieder möglich.



7. PD: Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Markus: Ach, ich finde es immer sehr schwer auf diese Frage zu Antworten. Aber generell würde ich mich als sehr zufriedenen ausgeglichenen ruhigen Menschen beschreiben. Ich bin Zielstrebig und blicke auch immer eher positiv nach vorne, als lange über vergangenes zu hadern.