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Aus Alt mach Neu

Aus Alt mach Neu
Von Daniela Meeß vor 3 Monaten Keine Kommentare

Schnell rauschen die Zeitungen in einem verwirrend anmutenden Tanz in der Weiterverarbeitung der Augsburger Allgemeinen über die Köpfe der Mitarbeiter. Stündlich passieren bis zu 40.000 Druckprodukte die technischen Hallen der Zeitungsproduktion. Jede Nacht werden über 200.000 Exemplare der Zeitung in 18 verschiedenen Ausgaben gefertigt, um am Morgen – druckfrisch – auf den Frühstückstischen der Abonnenten zu gelangen.


Dabei ist sich die Augsburger Allgemeine ihrer Verantwortung gegenüber der Natur bewusst. Eine Zeitung besteht hauptsächlich aus Papier, damit dieses auch den ökologischen Ansprüchen der Augsburger Allgemeinen entspricht, arbeitet der Zeitungsbetrieb mit dem weltweit agierenden Papierhersteller UPM zusammen. Dabei setzt man auf regionale Nähe, um weite Wege zu vermeiden. Denn eines der Werke von UPM steht unweit von Augsburg in Schongau.

Die rund 540 Mitarbeiter haben sich auf die Herstellung von Standard- und Spezialzeitungsdruckpapieren sowie ungestrichene Magazinpapiere spezialisiert. So stellt UPM mit der Sorte UPM News ein Papier her, dass aus einem Altpapieranteil über 85 Prozent besteht. Diese Sorte verwendet die Augsburger Allgemeine für ihre tägliche Tageszeitung. Außerdem wird für Sonderausgaben wie Beilagen die Sorte UPM Pure verwendet. Das Papier zeichnet sich durch einen Altpapieranteil von 50 Prozent aus und gilt als Innovation, da es farblich weiß anmutet, somit schön aussieht, und besonders effizient auf den Druckmaschinen läuft und dadurch eine hohe Energieersparnis verspricht. Beide Sorten sind ressourcenschonend, da sie mit einem hohen Anteil an Recyclingfasern hergestellt werden.


Doch warum wird das Papier nicht zu 100 Prozent aus Altpapier gefertigt? „Werden bei der Produktion nur Sekundärfaserstoffe, also recycelte Fasern, verwendet, nutzen sich diese über die Verwendungsdauer so stark ab, dass wir bereits nach einem Jahr kein Papier mehr produzieren könnten. Denn auch wenn wir durch das Wiederverwerten die Nutzungsdauer verlängern können, ist diese trotzdem nicht unendlich, sodass wir einen gewissen Teil von Primärfaserstoffen, also Holz, zugeben müssen“, erklärt Dr. Stefanie Eichiner von UPM. Diese Stoffe sind Frischfasern, die von UPM aus Sägerestholz aus den umliegenden Sägewerken hergestellt werden. „Die kurzenTransportwege sind nur ein Teil, der zum ökologischen Gesamtkonzept von UPM gehört. Wir sind sehr stolz darauf, dass all unsere UPMSorten die Anforderungen weltweit führender Umweltsiegel wie EU-Umweltzeichen oder FSC erfüllen“, sagt Dr. Eichiner.

Bei der Herstellung ihrer Produkte erzeugt UPM Schongau in zwei Kraftwerken Strom und Dampf, die in die Fabrik, aber auch in die Fernwärmeversorgung der Gemeinde eingespeist werden. Bei Bedarf des Netzbetreibers kann die Energieabnahme gedrosselt werden, was sich Demand Side Management (DSM) nennt und der Stabilisierung des Stromnetzes dient. Somit trägt das UPM-Werk auch zum Gelingen der Energiewende bei. Ist das Papier in der Fabrik produziert, gelangt es als große Papierrollen in die Fertigung der Augsburger Allgemeinen. Die gelesene Zeitung landet am Ende im Altpapier, welches wiederum in Schongau zu neuem Papier verarbeitet wird und ergibt so einen nachhaltigen Kreislauf.